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Literatukursfidibus

Seit dem Jahr 1972 gibt das Kärntner Bildungswerk, eine Einrichtung der Erwachsenenbildung, die Zeitschrift FIDIBUS heraus. Der "Fidibus" ist als Kienspan, laut dem Bildungswerk, gewissermaßen "der kleine Bruder der Fackel". Redakteurin dieser "Zeitschrift für neue Literatur Kärnten Koroška" ist seit 2012 Erika Hornbogner, die frühere Leiterin der Landhausbuchhandlung in Klagenfurt. Die Tatsache, dass der FIDIBUS eine Zeitschrift für Kärnten Koroška ist, weist meiner Ansicht nach darauf hin, dass in diesem Land, nicht nur in Sachen Zweisprachigkeit, etwas in Bewegung gekommen ist.

Mit der aktuellen Ausgabe des FIDIBUS, der Nummer 3/2013, wird die Zeitschrift ihrem selbst gewählten Programm einmal mehr gerecht. Denn alle neun Stipendiatinnen und Stipendiaten des 17. Klagenfurter Literaturkurses sind der Einladung von Erika Hornbogner, Texte für diese Ausgabe des FIDBUS zur Verfügung zu stellen, gefolgt. Rasmus Althaus, Alina Herbing, Jan Himmelfarb, Margarita Iov, Artur Krutsch, Bastian Schneider, Katharina Stegen, Kolja Unger, und Elisa Marie
Wächtershäuser, sie alle haben während des 17. Klagenfurter Literaturkurses, der im Vorfeld der 37. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt stattgefunden hat, wesentliche Impulse für das eigene Schreiben erhalten. Verantwortlich dafür sind die drei Tutorinnen Elfriede
Czurda (Wien), Friederike Kretzen (Basel) und Antje Rávic Strubel (Potsdam), allesamt renommierte Autorinnen, die den neun Stipendiaten als Gesprächpartner zur Verfügung gestanden sind. Die Herangehensweisen der drei Tutorinnen an die Texte war dabei sehr unterschiedlich. Das ist auch eine der Besonderheiten des Klagenfurter Literaturkurses, dass die Stipendiaten die Chance haben, die von ihnen eingereichten Texte an drei Tagen mit drei ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten zu diskutieren. Das heißt: während des Literaturkurses wird in Klagenfurt ganz intensiv an Texten gearbeitet, im Unterschied zum Bachmann-Preis findet die Diskussion über die Texte aber ohne die Öffentlichkeit statt. Wie beim Bachmannpreis sind die Veranstalter die Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt und das ORF-Landesstudio Kärnten. Organisiert wird der Klagenfurter Literaturkurs vom Robert-Musil-Literatur-Museum als städtischer Einrichtung.

Die Stipendiaten präsentieren der Öffentlichkeit aber ihre Texte bei einer Lesung im Musil Museum, die am "Anreisetag" des Bachmann-Preises stattfindet, so dass ein großes Publikum angesprochen wird, bestend aus interessierten Verlagslektoren und Literaturagenten, Wissenschafter und Studenten, aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

Während des Literaturkurses gibt es zumeist einen sehr intensiven Austausch unter den Stipendiatinnen und Stipendiaten. Es entsteht in der Regel eine große Dynamik in der Gruppe. Die Stipendiaten des 17. Klagenfurter Literaturkurses stellten sich vor der Lesung im Musil Museum gegenseitig eine Aufgabe. Sie bestand darin, an passender Stelle ein Eichhörnchen in ihrem Text vorkommen zu lassen, sozusagen möglichst elegant "einzuschleusen". Bastian Schneider, so der Tenor unter den Stipendiaten, habe die Aufgabe am besten gelöst, ihm wurde deshalb der "
Klagenfurter Häschen-Literaturpreis 2013" verliehen.

Die Nummer 3 der Literaturzeitschrift FIDIBUS trägt deshalb konsequenterweise auch den Titel "17. Klagenfurter Literaturkurs. Von Eichhörnchen und anderen Tieren". "Häschen" werden die Stipendiaten deshalb genannt, weil die Literaturkritikerin Verena Auffermann zu Beginn des Unternehmens der Meinung war, der Klagenfurter Literaturkurs erinnere sie an ein Bilderbuch mit dem Titel "Die Häschenschule".

Präsentiert wurde der "Literaturkursfidibus" zum ersten Mal Anfang September 2013 in Leipzig. Die Stipendiaten hatten nämlich noch in Klagenfurt eine weitere Lesung, bei der alle Beteiligten wieder zu Wort kommen sollten, vereinbart. Artur Krutsch übernahm die Koordination und Mathias Zeiske, der Redakteur, der in Leipzig erscheinenden Literaturzeitschrift
EDIT zeigte sich wie in den vergangenen Jahren daran interessiert, die Organisation der "Klagenfurt Nachlese" vor Ort zu übernehmen. Die Klagenfurt Nachlese fand am 7. September 2013 in dem von der EDIT als Veranstaltungort genutzen Volte Studio in der  Halle 14/C der ehemaligen Baumwollspinnerei in Leipzig statt.

Artur Krutsch, der in Dortmund Fotografie studiert hatte, bevor er sein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig (DLL) begann, stellte darüber hinaus, Fotos für den "Literaturkursfidibus" zur Verfügung. Eine Auflistung der Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie der Tutorinnen und Tutoren der Jahre 1997 bis 2013 rundet die Ausgabe ab.



11.9.13 15:45

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