"Und der Wörthersee blüht grün", das schrieb mir die junge Schriftstellerin Judith Keller, die im Jahr 2009 als Stipendiatin des 13. Klagenfurter Literaturkurses in der Stadt war, in einer e-mail nach der Veranstaltung. Wunderbar, dachte ich mir. Es ist ein ganzes Ensemble an Grüntönen, welches den Wörthersee im Frühjahr, im Sommer und im Herbst ausmacht. Das hat sie exakt beobachtet und sehr poetisch formuliert. Ich fragte Judith gleich, ob ich mir diesen Satz ausborgen dürfe. Einen besseren Titel für meinen geplanten Beitrag für den Sammelband MEIN SEE gab es gar nicht. Ich durfte!
Gabi Russwurm-Biro, die Herausgeberin, hatte mich, nach meinem Beitrag für das "Kaffehausbuch" (MEIN CAFE, Klagenfurt: Hermagoras/Mohorjeva, 2008), wie es vielfach genannt wird, nun auch dazu eingeladen, gleichsam als ein Dreiunddreißigstel aller AutorInnen, an einem Band mitzuwirken, den man bei uns zukünftig und der Einfachheit halber vielleicht "das Seebuch" nennen wird.
Darstellen zu dürfen, wie man hierzustadt, in K., mit "dem See" lebt, was für eine Freude! Und Gabi Ruswurm-Biro war auch damit einverstanden, dass ich mich mit jenem Seestück zwischen Maiernigg und Maria Loretto, für das ich mich kompetent fühle, auseinander setzen wollte.
Die zentrale These für meinen Beitrag - und damit gleichzeitig den Schluß - hatte ich gleich am Anfang formuliert: "In meiner Vorstellung ist das Paradies einer Strandbar ähnlich." Wenn es ein Paradies gibt, gehen wir einmal davon aus, dann wird dort bei sommerlich warmen Temperaturen Apérol Sprizz serviert. Zu einem vernünftigen Preis. So zumindest sähe MEIN PARADIES aus.
Völlig eigenständig arbeitete der Bildkünstler Johannes Puch an seinen
fotografischen Beiträgen für den Sammelband, der inzwischen bei DRAVA erschienen ist. Deshalb haftet seinen Fotos auch nichts Illustratives an. Ausgewählte Fotos sind bis Ende Jänner 2012 im Musil Museum in Klagenfurt zu sehen.
DRAVA-Verleger Peter Wieser meinte bei der Buchpräsentation, es wäre schon, wenn der Titel des Sammelbandes MEIN SEE / MOJ JEZERO wäre. Für diesen Plan hat er meine uneingeschränkte Unterstützung. Das sollte Wieser, denke ich, gleich für die zweite Auflage vorsehen.