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Man on Wire

Welche Gedanken wohl Philippe Petit angesichts der Ereignisse vom 11. September 2001 durch den Kopf gegangen sind?

Philippe Petit, das  ist jener Hochseilartist, der in den Morgenstunden des 7. August 1974 insgesamt acht Mal in einer Höhe von 417 Metern über dem Asphalt auf einem 1 Zoll starken Drahtseil von einem Dach des New Yorker World Trade Centers zum anderen balancierte. Er war den Türmen ganz nah.

Da balancierte ein Mann auf einem Hochseil in einem Akt poetischer Vollendung zwischen den "Twin Towers". Unglaublich. Undenkbar. Philippe Petit hat seinen unmöglichen Traum aber wahr gemacht. Wenn man heute Bilder von diesen höchst eindringlichen Momenten sieht, stockt einem noch immer der Atem.

In seinem Dokumentarfilm Man on Wire aus dem Jahr 2008 hat James Marsh diese Bilder festgehalten. "It´s impossible, for sure, so let´s start working", sagt Petit in dem Film, der zeigt, wie viel und welch exakte Vorbereitungsarbeit für diese Stunde der Poesie in New York City nötig war. Sechs Jahre lang haben Petit und seine HelferInnen das Projekt vorbereitet.

Man konnte diese Stunde natürlich auch ganz anders sehen: "Man on Wire", so stellte sich das Ereignis in der Poesie der Polizei dar. "Ein Mann auf einem Seil", das war feststellbar. Die Aktion war natürlich illegal und nicht angemeldet, das "künstlerische Verbrechen des Jahrhunderts", so der US-amerikanische Schriftsteller Paul Auster. Deshalb wurde Philippe Petit nach seiner Verhaftung auch gefragt, "warum" er denn zwischen den Türmen balanciert habe. Seine Antwort: "There is no Why!"

"How did you feel seeing the Twin Towers collapse on 9-11?" wurde Philippe Petit von dem Kritiker  Kam Williams gefragt. "I felt eviscerated…", war Petits Antwort. Er fühle sich "ausgeweidet...".

Es bedurfte der poetischen Kraft von Philippe Petit "and a sterile landmark was infused with the spirit of play and an aura of artistry it had previously lacked. Above all, inspired by one man's daring vision, the towers became a soaring symbol of hope as the city began to rally, staging a comeback that turned into a great urban renaissance", notiert Madison Guy in seinem Blog und sieht "Philippe Petit's walk as symbol for what we lost".

 

10.1.11 21:37



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