Die Schloßvilla Miralago in Pörtschach entfaltete auch bei den Lesungen im Rahmen des Kulturfestivals "Still around the lake" am 20. November 2010 ihre höchsteigene, ganz besondere Atmosphäre.
Bei der Lesung von Fabjan Hafner beispielsweise. Er las aus seinem Gedichtband. "Freisprechanlage -- Brezročno govorjenje -- Vivavoce". Gedichte -- Pesmi -- Canti. Deutsch, Slowenisch und Italienisch. Übersetzt aus dem Slowenischen und Deutschen von Roberto Dedenaro, Tatiana Floreancig, Zdenka Hafner-Čelan (Drava, 2001). Eine der Übersetzerinnen hatte er gleich mitgebracht.
Wolfgang M. Siegmund und Josef K. Uhl lasen gemeinsam Siegmunds Text "Nachtvögel", der in der Nr. 111 der Kärntner Kulturzeitschrift "Die Brücke" (Oktober/November 2010) erschienen ist. Das heißt, dem klassischen Genre der "Lesung" entsprach der Vortrag nicht. Man wird es wohl eher Performance nennen können. Oder Improvisationstheater, wobei Josef K. Uhl anfänglich Schwierigkeiten hatte, in die im Text vorgesehene Rolle des "Josef K. Uhl" zu schlüpfen. Als dann einmal Markowitsch rot, einmal rosé, serviert wurden, war es für Uhl leichter, in die für ihn offensichtlich ungewohnte Rolle eines "Nachtvogels" hineinzufinden. Wolfgang M. Siegmund hingegen war glänzend disponiert und gab gleichsam auch Regieanweisungen.
In "Nachtvögel" beschreibt Siegmund Szene aus dem nächtlichen Leben im Klagenfurter Theatercafé. Das Theatercafé ist eine K. und K.-Einrichtung, also ein vorzügliches Institut der Künste und der Kulinarik. Veronika Salcher sei Dank. Aber mehr Worte zu machen als Siegmund macht da keinen Sinn, besser Sie überzeugen sich selbst.
Um es den LiteraturwissenschaftlerInnen etwas leichter zu machen, möchte ich hier auch den ursprünglichen Titel des Textes festhalten, der lautet: "Wenn die Vögel der Nacht hinaus ins schöne Leben wollen, fliegen sie mitten hinein ins THEATERCAFÉ oder Einmal Markowitsch rot, einmal rosé." Mehr ist nicht zu sagen.