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Brava, la Tinissima!

Mit den beiden FotografInnen Tina Modotti und Robert Capa hat sich Wolfgang M. Siegmund für sein Theaterstück "Tina Modotti - Eine Frau mit Rouge auf den Fäusten" zwei schillernde Figuren aus dem zwanzigsten Jahrhundert ausgesucht. Die Uraufführung des Stücks fand Ende März 2011 in einer Produktion des klagenfurter ensembles im Theater Halle 11 statt.

Modotti und Capa, beide waren sie "Kinder der Zeit, in Leben und Haltung fast Spiegelbilder". So charakterisiert der Autor Wolfgang M. Siegmund seine beiden AkteurInnen. "Der Kunstgriff ist raffiniert", notierte dazu Karin Waldner Petutschnig in ihrer Premieren-Kritik in der Klagenfurter Ausgabe der Kleinen Zeitung (unter dem Titel "Spannend, sinnlich, sehenswert", erschienen am 2. April 2011).

Siegmund geht vom jeweils letzten Lebenstag der beiden aus und läßt seine Figuren gleichzeitig die Frage stellen, wie man sich seinen "letzten Tag" vorstellen könnte. Zugegeben, keine angenehme Vorstellung, aber allemal eine spannende Frage, auch wenn das Leben glücklicherweise so organisiert ist, das wir nicht wissen, welches unser letzter Tag sein wird und wie er aussieht. Von diesen beiden letzten Tagen aus blicken die beiden Figuren Tina Modotti und Robert Capa zurück auf ihr Leben und natürlich auch auf ihre Begegnungen. Zwei sind es gewesen. Oder besser gesagt: Von zwei Begegnungen weiß man.

"Die Wahrheit ist das beste Bild", dieses Zitat ist von Robert Capa überliefert. Und die Fotografie galt im zwanzigsten Jahrhundert zweifellos als ein Medium der Wahrheitsfindung. Wolfgang M. Siegmund stellt das in seinem Stück auch überzeugend dar, die Wahrheitssuche mittels Fotografie, von Modotti und von Capa auf ganz verschiedene Weise durchgeführt, von den beiden Schauspielern Maddalena-Noemi Hirschal und Heinrich Baumgartner höchst überzeugend dargestellt.

Regisseur Peter Wagner, der auf seiner website von den Überlegungen zur Inszenierung berichtet, arbeitet mit Foto-Projektionen und mit Film-Einspielungen. Tina Modotti mimte ja, bevor sie mit dem Fotografen Edward Weston nach Mexiko ging, in verschiedenen Hollywood-Filmen die "Femme fatale". Die Einspielungen sind gut gesetzt. Wer über Modotti und Capa noch wenig gewußt hat, wird nach dieser Aufführung ein ganz anderes Bild von den beiden Figuren haben. Die Aufführung ist aber an keiner Stelle "didaktisch", das ist gutes Theater.

Wolfgang M. Siegmund kommt schließlich auch das Verdienst zu, die Figur der Tina Modotti, die in ihrer Jugend ja eine Zeitlang in Klagenfurt gelebt hat, gleichsam "heimgeholt" zu haben: "Brava, la Tinissima!".


29.4.11 08:20, kommentieren



In der Morgensol

Im Jahr 2006 war die junge Schriftstellerin Anna-Elisabeth Mayer als Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses "in town", bevor sie Ende Februar 2011 wieder nach Klagenfurt kam, um im Rahmen der Reihe Literatour.at aus ihrem Debüt-Roman Fliegengewicht (Schöffling, 2010) zu lesen. Ich hatte sie schon telefonisch "vorgewarnt", dass sich das Musil Museum sehr verändert habe und dass sie es kaum mehr wiedererkennen werde.

Der Haupteingang des Museums liegt exakt seit dem 6. November 2010, dem 130. Geburtstag Robert Musils, gegenüber dem Klagenfurter Hauptbahnhof. Unübersehbar ist der Eingang deswegen, weil der international tätige, französische Street-Art-Künstler Jef Aérosol genau an diesem Tag Porträts von Christine Lavant, Ingeborg Bachmann und Robert Musil neben das Portal des Musil Museums gesprayt hat.

"Aesorol macht sich auch in der Morgensol sehr gut!", notierte Anna-Elisabeth Mayer, die am Tag nach der Lesung einigermaßen früh mit der Bahn wieder nach Wien zurückreiste, in ihrer unvergleichlichen Art per SMS.

Schnitt. Rückblende. Ich möchte natürlich nicht nur von Mayers An- und Abreise berichten, sondern auch von ihrem Roman äußerst gelungenen Romandebüt "Fliegengewicht". Der Roman sei keine bloße Talentprobe, sondern "ein Versprechen", notierte der frühere Bachmann-Preis-Juror Klaus Nüchtern im FALTER. Mayer sei "der etwas andere Arztroman" gelungen, so Nüchtern weiter.

"Wir freuen uns über die Jugend", sagt Frau Ott am Beginn des Romans, als das "Fliegengewicht", die junge Frau, ihr Bett im Damenzimmer Nr. 5 bekommt. Neben Frau Ott sind dort auch Frau Blaser und Frau Ferdinand untergebracht. Dank der Leichtigkeit, welche die Autorin mit ihrem "Fliegengewicht" in diesem Zimmer verbreitet, kann die Tür zum Damenzimmer Nr. 5 für die Leserinnen und Leser offen bleiben. Und wenn die Damen dort samt und sonders Dr. Winter anhimmeln, dann tun sie das vor allem auch deshalb, weil ihnen sonst kaum eine Projektionsfläche für ihre eigenen Gedanken, die ja eigentlich nahe beim Tod und beim Vergehen sind, bleibt. Im Zimmer herrscht längst der Winter des Lebens, aber wenn es der so Benannte betritt, dann läßt ihn die Autorin "den Frühling von draußen" mit herein bringen. Sehr behutsam entwickelt die Autorin aus dem Durcheianderreden im Damenzimmer verschiedene Erzählstimmen und verschiedene Erzählstränge.

Und wenn Anna-Elisabeth Mayer Dr. Winter jovial fragen läßt, ob "bei den Damen alles in Ordnung" sei, dann in erster Linie um im Fortgang der Handlung herauszuarbeiten, dass kaum etwas in Ordnung ist, dass sich so etwas wie "Ordnung" in den drei Leben der Damen Blaser, Ferdinand und Ott längst aufgelöst hat. Aber es kommt schliesslich wie es kommen "muß". In einer letzten gemeinsamen Kraftanstrengung "setzen" die drei das "Küken" im Zimmer auf Dr. Winter "an". Wie das ausgeht? Am besten, man liest das Buch, welches ich gerne zur Lektüre empfehlen möchte.

Das "Küken" stellt sich vor, wie das Damenzimmer Nr.5 im Finstern liegt, wie nur das Notlicht leuchtet. Tröstlich bleibt auf jeden Fall die Vorstellung, dass nach durchwachter Nacht auch durch die Fenster von Nr. 5 ein wenig Morgensol scheinen wird. 


1.4.11 11:01, kommentieren

Einige Komplikationen

Man hätte es wissen müssen. Man hätte damit rechnen können. An jenem 17. Dezember des vorigen Jahres, als die Sitzung der Jury zur Ermittlung des ersten Preisträgers im Namen von Gert Jonke angesetzt war. In Klagenfurt. Man hätte damit rechnen können, dass mit diesem Termin "einige Komplikationen eher landläufiger Natur", wie es bei Jonke heißt, verbunden sein würden.

Retrospektiv gesehen wird man sagen: Ah, das war ja jener Tag, an dem es durch heftigen Schneefall in der Schweiz und in Deutschland zu massiven Behinderungen im Reiseverkehr kam. Aber am Beginn jenes 17. Dezember wußte man das noch nicht. Der Tag begann ganz unverfänglich.

Der Literaturkritiker Hubert Winkels schaffte es mit einer leichten Verzögerung per Flugzeug nach Klagenfurt, von Köln aus. Nach Köln gelangte er per Bahn. Er wußte aber zu berichten, dass das Reisebüro ihm ein Bahnticket für einen Zug, den es eigentlich gar nicht gab, ausgestellt hatte.

Corina Caduff, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin an der Zürcher Hochschule der Künste, schaffte es mit ziemlicher Verzögerung per Flugzeug von Zürich nach München, aber vorläufig nicht weiter, muß man sagen. Jedenfalls nicht mit dem Flugzeug, weil die Anschlußflüge nach Klagenfur entweder versäumt oder gecancelt worden waren. Frau Caduff nahm darauf hin die Bahn für die Fahrt von München nach Klagenfurt.

Je länger der Tag, der in Klagenfurt eine Jurysitzungsgestalt haben sollte, dauerte und je mehr sich diese Gestalt veränderte, fast stündlich, desto mehr wuchs in mir der Verdacht, dass wir uns mitten in einer Jonkegeschichte befänden, deren Kern folgender wäre: Mehrere Juroren versuchen nach K., der Geburtsstadt eines berühmten, leider schon verstorbenen Dichters, zu reisen um dort an einem Treffen teilzunehmen, bei dem ein Preisträger im Namen des berühmten Dichters gekürt werden soll, aber es gelingt ihnen einfach nicht die Stadt zu erreichen.

"Damals vor Klagenfurt" sozusagen. Hätte Corina Caduff fast sagen können, ja beinahe müssen, als jener Zug von München nach Klagenfurt, der mit Verspätung abgefertigt worden war, bei Velden am Wörthersee strandete. Wegen eines Schadens, der am Triebfahrzeug aufgetreten war.

Nein, es hatte alles seine Ordnung, letztlich. Oder besser gesagt: fast. Denn die Jurysitzung fand mit sechsstündiger Verspätung statt. Und als man nach getaner Arbeit in dem vom dritten Juror und Leiter des Musil-Instituts, Klaus Amann, vorgeschlagenen benachbarten Gasthaus einkehren wollte, war das wegen der Weihnachtsfeier einer geschlossenen Gesellschaft nicht möglich. Zu Speisen gelang auch deshalb nicht, weil in dem stattdessen gewählten Restaurant die Küche schon geschlossen hatte. Aber die Salzstangerln mit Butter, die es dort gibt, ich sage Ihnen...

 

 

8.3.11 20:33, kommentieren

Wollen wir ein seichtes Wortspiel wagen?

Aber ja doch. Die Frage ist nämlich, an welchem Punkt seiner Karriere der Schauspieler Mathieu Carrière angekommen ist. Ich habe ja angekündigt, es werde ein Wortspiel der etwas seichteren Art sein.


Aber Herr Carrière gibt ja derzeit Anlass dazu. Ich formuliere es einmal ganz vorsichtig: Er wird an einer Show des Fernsehsenders RTL teilnehmen, was die Journalistin Barbara Mader in der österreichischen Zeitung KURIER mit folgendem Stabreim kommentiert: „Von Musil zur Made“. Das ist eine Anspielung darauf, dass Carrière als „Törless“ in Volker Schlöndorffs Verfilmung von Robert Musils Roman „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ bekannt wurde, im Alter von 15 Jahren.

Man könnte darüber diskutieren, ob die Formulierung originell ist. Gleichfalls könnte man darüber diskutieren, ob der Titel des Artikels, „Musil, Bachmann, Dschungelcamp“ angemessen ist. Ein Zusammenhang ergibt sich ja nur daraus, dass Mathieu Carrière einerseits künstlerisch mit den Werken der genannten Schriftsteller und andererseits mit dieser Show zu tun hat.
Wo sind die Zeiten, als RTL mit einer Sendung namens „Tutti frutti“ Quote gemacht hat? Nicht dass man sich danach zurücksehnt, denn “seitens der TV-Kritik wurde Tutti Frutti auch inhaltlich ein sehr niedriges Niveau bescheinigt“, liest man bei WIKIPEDIA. Aber das ist gut zwanzig Jahre her. Und die Show namens „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus. Das RTL Dschungelcamp“  ist schon eine ganz andere Nummer.

Ich bin da ganz auf der Seite von Uli Höneß, des Präsidenten des FC Bayern München, der in einem Interview mit der Münchner Abendzeitung gesagt hat: „Die Sendung an und für sich gehört verboten.“ Höneß hat das aber gar nicht in erster Linie auf Mathieu Carrière bezogen, sondern auf dessen Camp-Kollegen, den Autor und Filmemacher Rainer Langhans, der vor allem für seine Mitgliedschaft in der sogenannten Kommune 1 bekannt ist, eine Symbolfigur der Achtundsechzigerbewegung. Nur „weil er keine Kohle mehr habe“, sei Langhans ins Camp gegangen und Höneß weiter: „Daran sieht man, wie weit manche 68er gekommen sind – schlimme Zeiten“. Und auch in diesem Punkt stimme ich Höneß zu. Das Camp ist eine letzter Nachweis dafür, wie recht Marshall Mc Luhan behalten hat: „The medium is the message“. Das Medium setzt auf das für Schauspieler und Leute wie Herrn Langhans wertvolle Gut der Aufmerksamkeit und stellt es ihnen zur Verfügung, um einen hohen Preis allerdings. Und das Medium demonstriert damit letztlich: 68er hin oder her, mit Geld können wir sie alle kriegen. Wenn RTL gewinnt, dann kann es mit den Werten der 68er nicht weit her sein. Das steht gleichsam „zwischen den Zeilen“.


Das Medium Fernsehen definiert sich damit einmal mehr selber als zentrale Instanz und wie die „Quote“ zeigt, funktioniert das Spiel. Bei der „werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49jährigen“ sei mit der ersten Sendung der neuen Staffel ein Marktanteil von 39,3 Prozent erreicht worden. Mit „mächtiger Schützenhilfe durch die „Bild“-Zeitung“, wie SPIEGEL online vermerkt. Damit ist auch ein stilbildendes Printmedium genannt.  „Von Musil zur Made“, die Formulierung stammt vom KURIER, klingt aber ganz nach Bild-Zeitung.

Schlimme Zeiten, wie wahr!

 

14.1.11 09:44, kommentieren

Man on Wire

Welche Gedanken wohl Philippe Petit angesichts der Ereignisse vom 11. September 2001 durch den Kopf gegangen sind?

Philippe Petit, das  ist jener Hochseilartist, der in den Morgenstunden des 7. August 1974 insgesamt acht Mal in einer Höhe von 417 Metern über dem Asphalt auf einem 1 Zoll starken Drahtseil von einem Dach des New Yorker World Trade Centers zum anderen balancierte. Er war den Türmen ganz nah.

Da balancierte ein Mann auf einem Hochseil in einem Akt poetischer Vollendung zwischen den "Twin Towers". Unglaublich. Undenkbar. Philippe Petit hat seinen unmöglichen Traum aber wahr gemacht. Wenn man heute Bilder von diesen höchst eindringlichen Momenten sieht, stockt einem noch immer der Atem.

In seinem Dokumentarfilm Man on Wire aus dem Jahr 2008 hat James Marsh diese Bilder festgehalten. "It´s impossible, for sure, so let´s start working", sagt Petit in dem Film, der zeigt, wie viel und welch exakte Vorbereitungsarbeit für diese Stunde der Poesie in New York City nötig war. Sechs Jahre lang haben Petit und seine HelferInnen das Projekt vorbereitet.

Man konnte diese Stunde natürlich auch ganz anders sehen: "Man on Wire", so stellte sich das Ereignis in der Poesie der Polizei dar. "Ein Mann auf einem Seil", das war feststellbar. Die Aktion war natürlich illegal und nicht angemeldet, das "künstlerische Verbrechen des Jahrhunderts", so der US-amerikanische Schriftsteller Paul Auster. Deshalb wurde Philippe Petit nach seiner Verhaftung auch gefragt, "warum" er denn zwischen den Türmen balanciert habe. Seine Antwort: "There is no Why!"

"How did you feel seeing the Twin Towers collapse on 9-11?" wurde Philippe Petit von dem Kritiker  Kam Williams gefragt. "I felt eviscerated…", war Petits Antwort. Er fühle sich "ausgeweidet...".

Es bedurfte der poetischen Kraft von Philippe Petit "and a sterile landmark was infused with the spirit of play and an aura of artistry it had previously lacked. Above all, inspired by one man's daring vision, the towers became a soaring symbol of hope as the city began to rally, staging a comeback that turned into a great urban renaissance", notiert Madison Guy in seinem Blog und sieht "Philippe Petit's walk as symbol for what we lost".

 

10.1.11 21:37, kommentieren

Realität, genauer betrachtet

Bei genauerer Betrachtung setzt sich die Realität phasenweise aus Szenen, wie sie der Schriftsteller Gert Jonke in seinen Werken beschrieben hat, zusammen.

Zerfällt die Realität nicht auch in Partikel, die überwiegend mit Absurdem, Skurrilem gefüllt sind? Aber das ist eher nicht die Frage, sondern mehr mein Verdacht. 

Jonke kann so auch als ziemlich genauer Beobachter gesehen werden. Er war mit einer Art schriftstellerischem Realitätsmikroskop ausgestattet. Das ermöglichte es ihm, genau dieses Absurde, Skurrile und gleichzeitig Reale für uns lesbar zu machen.

18.12.10 12:51, kommentieren

Einmal Markowitsch rot, einmal rosé!

Die Schloßvilla Miralago in Pörtschach entfaltete auch bei den Lesungen im Rahmen des Kulturfestivals "Still around the lake" am 20. November 2010 ihre höchsteigene, ganz besondere Atmosphäre.

Bei der Lesung von Fabjan Hafner beispielsweise. Er las aus seinem Gedichtband. "Freisprechanlage -- Brezročno govorjenje -- Vivavoce". Gedichte -- Pesmi -- Canti. Deutsch, Slowenisch und Italienisch. Übersetzt aus dem Slowenischen und Deutschen von Roberto Dedenaro, Tatiana Floreancig, Zdenka Hafner-Čelan (Drava, 2001). Eine der Übersetzerinnen hatte er gleich mitgebracht.

Wolfgang M. Siegmund und Josef K. Uhl lasen gemeinsam Siegmunds Text "Nachtvögel", der in der Nr. 111 der Kärntner Kulturzeitschrift "Die Brücke" (Oktober/November 2010) erschienen ist. Das heißt, dem klassischen Genre der "Lesung" entsprach der Vortrag nicht. Man wird es wohl eher Performance nennen können. Oder Improvisationstheater, wobei Josef K. Uhl anfänglich Schwierigkeiten hatte, in die im Text vorgesehene Rolle des "Josef K. Uhl" zu schlüpfen. Als dann einmal Markowitsch rot, einmal rosé, serviert wurden, war es für Uhl leichter, in die für ihn offensichtlich ungewohnte Rolle eines "Nachtvogels" hineinzufinden. Wolfgang M. Siegmund hingegen war glänzend disponiert und gab gleichsam auch Regieanweisungen.

In "Nachtvögel" beschreibt Siegmund Szene aus dem nächtlichen Leben im Klagenfurter Theatercafé. Das Theatercafé ist eine K. und K.-Einrichtung, also ein vorzügliches Institut der Künste und der Kulinarik. Veronika Salcher sei Dank. Aber mehr Worte zu machen als Siegmund macht da keinen Sinn, besser Sie überzeugen sich selbst.

Um es den LiteraturwissenschaftlerInnen etwas leichter zu machen, möchte ich hier auch den ursprünglichen Titel des Textes festhalten, der lautet: "Wenn die Vögel der Nacht hinaus ins schöne Leben wollen, fliegen sie mitten hinein ins THEATERCAFÉ oder Einmal Markowitsch rot, einmal rosé." Mehr ist nicht zu sagen.

3 Kommentare 23.11.10 22:22, kommentieren