[ Veröffentlicht in: Die Brücke - kaernten.kunst.kultur, Nr. 123/124, Dezember 11/Jänner 12 ]
Es ist der alte Traum der Menschheit von der Unsichtbarkeit, den der in Karlsruhe lebende Schriftsteller Markus Orths für seine Figur Simon Bloch Romanwirklichkeit werden lässt. Denn Bloch kann seinen Körper unsichtbar werden lassen. Das „Werkzeug“ dafür hat Bloch in seiner Wohnung gefunden: „Die Tarnkappe“. Das ist gleichzeitig auch der Titel von Orths zuletzt publiziertem Roman, der 2011 im Frankfurter Schöffling Verlag erschienen ist.
Die Vorstellung von einem magischen Gegenstand, der dem menschlichen Körper Unsichtbarkeit verleiht, findet sich schon in der griechischen Mythologie oder in der aus dem Mittelalter stammenden Nibelungensage. Ende des 19. Jahrhunderts publizierte der englische Autor H.G. Wells seinen Roman „Der Unsichtbare“ (The Invisible Man). Aber im Gegensatz zu Wells Hauptfigur, dem Wissenschaftler Griffin, der durch die Anwendung einer chemischen Formel unsichtbar wird und es dann bleibt, kann der verhinderte Filmkomponist Simon Bloch durch das Ablegen der Tarnkappe immer wieder sichtbar werden, obwohl das von Mal zu Mal schwieriger wird. Beide, Griffin wie Bloch, durchschreiten mit dem Tor zur Unsichtbarkeit gleichzeitig auch das Tor zu einer Macht, die von ihnen Besitz ergreift. Was Simon Bloch in Markus Orths Roman angeht, so trifft das ein, was die Romanfigur Bloch in einem Internet-Forum über Tarnkappen liest: „Wer die Kappe trage, werde sich verändern, und niemand könne der Kappe widerstehen, der Macht der Unsichtbarkeit“.Nibelungen.Sage. Die Unsichtbarkeit ist gerade ihm verliehen worden, Simon Bloch, „dem unauffälligsten Menschen, der jeden Morgen seine Zeitung zusammenfaltete und zur Arbeit fuhr, wie Millionen andere auch“ und im Büro umgeben ist vom „Stakkato der Tastaturen“. Die Tarnkappe verleiht Bloch die Möglichkeit, „sich einen neuen Platz im Leben zu suchen“. Die Eindrücke überschwemmen den für die anderen Menschen unsichtbaren Bloch und er lässt sich mitreißen von deren Leben und meint schließlich, gleichsam die „Regie“ übernehmen und letztlich über Leben und Tod anderer Menschen bestimmen zu können, ja zu sollen. Bloch kann bald nicht mehr unterscheiden zwischen „kappenfreien Gedanken“ und anderen. „Was sind das für Mächte, die uns bedrängen?“, fragt sich Bloch, „die ihre Schatten über uns schütten? Die aus uns kommen, aber uns vorgaukeln, sie kämen von außerhalb?“ Aus der Kappe?
Wenn er sich die Tarnkappe überstreift, wird Simon Bloch zu einem ganz anderen Menschen. Markus Orths macht die Unsichtbarkeit in seinem Roman gleichsam körperlich fühlbar, wenn er in „Die Tarnkappe“ schreibt: „Simon schien, als löse sich sein Körper auf, langsam, Stück für Stück, und dieses Verschwinden seiner selbst fiel nicht wie ein Schleier über ihn, sondern durchkroch seinen Körper von innen wie ein Wurm und sickerte zugleich von außen wie eine Flüssigkeit an ihm hinab, es verschwand zunächst seine Brust, und Simon sah, wie sein Bauch sich auflöste, seine Arme, seine Hände, Beine, Füße, solange sah er an sich herab, bis er vollständig bekleckert war von nichts“.
Der Autor versucht, auch der Frage auf den Grund zu gehen, was dann passiert, wenn sich der Körper gleichsam auflöst, wenn das Leben „übergeht“ in ein anderes, körperloses. Und so spielt auch der Tod eine große Rolle in dem Roman. Simon Bloch, der durch die Tarnkappe scheinbar an Macht gewinnt, weiß gleichzeitig nicht mehr genau, was denn sein „Standort“ im Leben sei, denn, „wenn dich niemand mehr sieht, wer bist du dann?“ Und so ist es kein Zufall, dass Markus Orths seinem Roman eine Sentenz des deutschen Lyrikers Max Sessner, abgewandelt, voranstellt. Bei Sessner heißt es: „Der Tod probiert schon mal meine Kleider an“. Auch bei Bloch schaut er schon zur Anprobe vorbei.
Körperlosigkeit. Und gleichzeitig ist die Vorstellung der Unsichtbarkeit, der „Körperlosigkeit“ in einer Gesellschaft wie jener der Gegenwart, die fast könnte man sagen „körperfixiert“ ist, eine ziemlich unerhörte. Der Weg zum Tod wird in derselben ja nicht als ein natürlicher Prozess gesehen, gleichsam vom Werden zum Vergehen, sondern man versucht, sich sozusagen hinter dem eigenen Körper zu verstecken, sich durch „Körperdesign“ dem Tod entgegenstellen zu wollen, gerade so als ob eine so genannte „Schönheitsoperation“ eine „Anprobe“ durch den Tod überflüssig machen würde, weil man durch sie das „wahre“ Alter des Menschen „verbergen“ könne.
Der neue Roman von Markus Orths ist gleichsam auch ein Essay über „das Verborgene“. „Irgendwo“ hat Bloch „einmal gelesen“, dass die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Wahrheit, wenn man es aus dem Griechischen übersetzte, „Unverborgenheit“ laute. Man kann davon ausgehen, dass Bloch das Wort in dieser Verwendung bei dem Philosophen Martin Heidegger gelesen hat.Bachmann.Preis. Markus Orths schließt damit thematisch auch an seinen Roman „Das Zimmermädchen“ (Schöffling, 2008) an, für den der Autor im Jahr 2008 bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt den Telekom-Austria-Preis erhalten hat. Das Programm „Bachmannpreis-goes-Europe“, die Übersetzung der Wettbewerbstexte in zahlreiche europäische Sprachen und damit das Vorhandensein von „Textproben“, hat es mit sich gebracht, dass der Roman „Das Zimmermädchen“ im wahrsten Sinne des Wortes auch zu einer „Geschichte für Europa“ geworden ist. Das Buch ist in zehn Sprachen übersetzt worden.
Auch Lynn, das Zimmermädchen, dringt in das Leben anderer Menschen ein, in jenes der Hotelgäste, für die sie aber ebenfalls mehr oder weniger „unsichtbar“ bleibt, weil sie sich zeitweise unter den Betten der Gäste aufhält. Und man denkt sich nachträglich, dass auch die Figur der Lynn jener Versuchung, die das Tragen einer Tarnkappe bedeutet, wohl nicht hätte widerstehen können. Lynn stellt genau das fest, was auch Bloch erkennen kann: „So sieht Leben aus“, ungeschönt, keinem Design unterzogen, mit allem Schrecken, mit aller Verletzbarkeit, mit allem Banalen, welches Leben enthalten kann, wenn man es aus der Position eines Unsichtbaren betrachten kann. Und könnte der oder die „Unsichtbare“ nicht auch, ganz zeitgemäß, ein vor seinem oder ihrem Bildschirm sitzende/r Betrachter/in sein? Wären, so gesehen, nicht sehr viele von uns eigentlich „unsichtbar“ und die Bildschirme unsere „Tarnkappen“? Und wären wir dann nicht auch, sobald unsere Computer hochgefahren sind, „vollständig bekleckert von nichts“ und wir darin völlig verschwunden?
»Markus Orths (gelingt) etwas, das viele Autoren vergeblich versuchen“, schreibt Katharina Peralta in der Zeitschrift „Am Erker“, und ich stimme mit ihr vollständig überein: „Die Tarnkppe ist ein Buch, dessen Wirkung auch noch lange nach der Lektüre anhält“.
Frank Klötgen und KollegInnen faszinierten das Publkum bei "Slam, if you can @Klagenfurt" im Musil Museum.
Zu Klötgens Text "Kottbusser Tor" fiel mir noch folgendes ein:
Wer je mit der U8 vom Alex kommend südwärts strebte und dort Station gemacht, wird glücklich sich schätzen, dem nahen Würgeengel nicht entronnen zu sein.
"Und der Wörthersee blüht grün", das schrieb mir die junge Schriftstellerin Judith Keller, die im Jahr 2009 als Stipendiatin des 13. Klagenfurter Literaturkurses in der Stadt war, in einer e-mail nach der Veranstaltung. Wunderbar, dachte ich mir. Es ist ein ganzes Ensemble an Grüntönen, welches den Wörthersee im Frühjahr, im Sommer und im Herbst ausmacht. Das hat sie exakt beobachtet und sehr poetisch formuliert. Ich fragte Judith gleich, ob ich mir diesen Satz ausborgen dürfe. Einen besseren Titel für meinen geplanten Beitrag für den Sammelband MEIN SEE gab es gar nicht. Ich durfte!
Gabi Russwurm-Biro, die Herausgeberin, hatte mich, nach meinem Beitrag für das "Kaffehausbuch" (MEIN CAFE, Klagenfurt: Hermagoras/Mohorjeva, 2008), wie es vielfach genannt wird, nun auch dazu eingeladen, gleichsam als ein Dreiunddreißigstel aller AutorInnen, an einem Band mitzuwirken, den man bei uns zukünftig und der Einfachheit halber vielleicht "das Seebuch" nennen wird.
Darstellen zu dürfen, wie man hierzustadt, in K., mit "dem See" lebt, was für eine Freude! Und Gabi Ruswurm-Biro war auch damit einverstanden, dass ich mich mit jenem Seestück zwischen Maiernigg und Maria Loretto, für das ich mich kompetent fühle, auseinander setzen wollte.
Die zentrale These für meinen Beitrag - und damit gleichzeitig den Schluß - hatte ich gleich am Anfang formuliert: "In meiner Vorstellung ist das Paradies einer Strandbar ähnlich." Wenn es ein Paradies gibt, gehen wir einmal davon aus, dann wird dort bei sommerlich warmen Temperaturen Apérol Sprizz serviert. Zu einem vernünftigen Preis. So zumindest sähe MEIN PARADIES aus.
Völlig eigenständig arbeitete der Bildkünstler Johannes Puch an seinen
fotografischen Beiträgen für den Sammelband, der inzwischen bei DRAVA erschienen ist. Deshalb haftet seinen Fotos auch nichts Illustratives an. Ausgewählte Fotos sind bis Ende Jänner 2012 im Musil Museum in Klagenfurt zu sehen.
DRAVA-Verleger Peter Wieser meinte bei der Buchpräsentation, es wäre schon, wenn der Titel des Sammelbandes MEIN SEE / MOJ JEZERO wäre. Für diesen Plan hat er meine uneingeschränkte Unterstützung. Das sollte Wieser, denke ich, gleich für die zweite Auflage vorsehen.
[ Veröffentlicht in: Die Brücke - kaernten.kunst.kultur, Nr. 119/120, August/September 2011. ]
KELAGerlesen bringt Rabea Edel wieder nach Klagenfurt
Gleich zwei internationale Regiegrößen dienen Tobias Becker bei der Besprechung von Rabea Edels neuem Roman „Ein dunkler Moment“ auf SPIEGEL Online als Bezugspunkte. Ein in dem Roman vorkommender Fuchs lässt den Rezensenten an den Fuchs in Lars von Triers jüngstem Film „Antichrist“ denken. Aber eigentlich erinnere Edels Roman insgesamt „an eines der verstörenden Filmrätsel von David Lynch“.
Das Buch der jungen deutschen Autorin, welches im Luchterhand Literaturverlag erschienen ist, führe „in das Herz der Finsternis menschlicher Obsessionen, hinein in die Faszination des Tötens und des Todes. Und dies in einer klaren, hypnotischen Prosa, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in Spannung versetzt“, so die Rezensionsnotiz in der Frankfurter Rundschau.
Bei so vielen Bezügen zum Medium Film verwundert es nicht, dass das Erscheinen des Romans auch mit einem aufwendig gestalteten Video angekündigt worden ist. Man findet es unter dem Titel „Ein dunkler Moment – Rabea Edel – Buchtrailer“ bei YOUTUBE sowie bei Randomhouse.de. Auf der Website Zehnseiten.de wird zudem noch ein Video mit einer Lesung der Autorin aus dem neuen Roman präsentiert.
„Mein Herz kann allein zu aller Zeit bestehen, weil die Natur es aus Dynamit gemacht hat“
Der „Plot“ des Romans lässt sich folgendermaßen andeuten: Es ist der 5. April 1998: In einer amerikanischen Kleinstadt tötet ein Jugendlicher namens Billy seine Eltern und seine jüngere Schwester mit einem Baseballschläger und ruft danach die Polizei. Seine ältere Schwester Amanda verbringt die Nacht in den Feldern vor der Stadt. Erst als alles vorbei ist, kommt sie nach Hause zurück. „Beide Geschwister stehen dem Tod ihrer Angehörigen völlig gleichgültig gegenüber, überhaupt sind sie wortkarg und verschlossen. Zwischen ihnen besteht ein seltsames Einverständnis, bei der Beerdigung wechseln sie einen vielsagenden Blick, später folgen Karten aus dem Gefängnis - zu jedem Jahrestag am 5. April“ , notiert Alexander Kosenina in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (vom 19. Mai 2011) über das Verhältnis der Geschwister. In einer Vorstufe zu dem Roman, in „Amandas Notizbuch. 1995-1998“, das in der BRÜCKE erstmals abgedruckt wird, heißt es: „Die beste Eigenschaft meiner Vorfahren ist es, tot zu sein“.
Es ist der 5. April 2009: In einem Vorort von Rom wird einer jungen Frau, Amanda, die Kehle durchtrennt. Die Autorin beschreibt diese Szene aus der Perspektive des Opfers, dessen Stimme präsent bleibt: „Du wirst sie mögen, Billy, sie wird alles anders machen als ich: Sie wird Dir schreiben und sie wird dich besuchen, ich habe ihr ein Flugticket gekauft“.Die Mörderin Lucia Mara tauscht mit ihrem Opfer, dem sie zum Verwechseln ähnlich sieht, die Kleider und begibt sich auf eine mehrere Tage dauernde Odyssee durch die Stadt. Durch Zufall kreuzt sich ihr Weg mit dem des Pathologen Andrea Landolfi, der mit der Obduktion der ermordeten Römerin beauftragt worden ist. Während sich die Täterin einige Tage später ebenfalls der Polizei stellt, findet Landolfi Hinweise auf die Kindheit der Mörderin und auf die Ereignisse in der Nacht des 5. April 1998 … Zwei der Fragen, die sich ergeben, sind: Wer ist Amanda wirklich? Und wer die Tote?
„Wie alt bist du, fragte die Königin den Teufel mit zärtlicher Stimme. 8000 Jahre alt. Es beginnt immer alles von vorn.“Wo die Autorin mit ihrer Geschichte in der Realität „andockt“, gibt sie durch die Verwendung des Vornamens Amanda und durch folgendes Zitat zu erkennen: „Die einzige Wahrheit ist, dass ich mir der Wahrheit nicht sicher bin. Ich war nicht dort“. Es wird Amanda Knox zugeschrieben. Im Dezember 2009 hatte ein italienisches Schwurgericht die US-Amerikanerin für schuldig befunden, gemeinsam mit ihrem Freund und einem Drogendealer Meredith Kercher, Mitbewohnerin, Studentin aus Großbritannien, ermordet zu haben. Knox wurde zu 26 Jahren Haft verurteilt. Im November 2007 wurde die damals 21-jährige Kercher in einem Haus am Rande der Altstadt von Perugia, welches Kercher mit Amanda Knox und zwei anderen Frauen teilte, tot aufgefunden. Das Opfer lag mit aufgeschlitzter Kehle halbnackt in einer Blutlache. Der Körper wies zahlreiche, durch Messerstiche beigebrachte, Wunden auf. Eindeutige Beweise für die Schuld der Verdächtigen konnten aber nicht vorgelegt werden. Auch ein klares Motiv für die Tat wurde nicht ermittelt. Die Angeklagten hatten sich während des Verfahrens in zahlreiche Widersprüche verwickelt. In Summe sind bei diesem Gerichtsverfahren aber noch viele Fragen offen geblieben.
Eine weitere Frage ist folgende: Wer ist die Autorin, welche sich um dieses Thema kümmert? Sie ist noch nicht dreißig, sorgt aber wie SPIEGEL-Rezensent Becker richtig bemerkt „schon seit Jahren für Aufsehen auf dem Literaturmarkt“.
Die geborene Cuxhavenerin Rabea Edel arbeitet nach ihrem Studium der Italianistik und Germanistik schon eine Zeitlang als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin. Dem Publikum hierzulande hat sie sich bereits im Jahr 2003 präsentiert, als Stipendiatin des Siebenten Klagenfurter Literaturkurses. Sie war so gesehen eine „Jahrgangskollegin“ von Steffen Popp, der 2011 in Klagenfurt bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur den KELAG-Preis erhalten hat.
Aber es mangelt auch Rabea Edel selbst nicht an Auszeichnungen. Im Jahr nach dem Literaturkurs war sie Preisträgerin des „Open Mike“-Wettbewerbs der Berliner Literaturwerkstatt. Wie für zahlreiche andere AutorInnen stellten beide Formen der literarischen Anerkennung, in Klagenfurt und in Berlin, auch für Rabea Edle eine ideale Startvoraussetzung für die schriftstellerische Karriere dar. Der erfolgreiche Start gelang ihr im Jahr 2006 mit dem Roman „Das Wasser, in dem wir schlafen“ (Luchterhand Literaturverlag). Auf Vorschlag der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller bekam die junge Schriftstellerin noch im gleichen Jahr den Kunstpreis Berlin-Brandenburg. In Herta Müllers Jurybegründung heißt es: „Rabea Edel beschreibt in immer wieder überraschenden Bildern das Entgleisen der Gefühle. Durch verblüffende Dialoge und Porträts gelingt ihr ein Roman über das zerstörerische Manöver der Abhängigkeit, über die Abhärtung gegen das Glück“. So verwundert es nicht, dass die Autorin einige Zeit später für den gleichen Text auch den „Nicolas-Born-Förderpreis“ erhielt.
2006 war auch das Jahr, in dem Rabea Edel mit einem Zitat bei den „Wortbildern“ im Rahmen des von Gerhild Tschachler-Nagy initiierten Kunstprojekts „Solysombra“ vertreten war. Die entsprechenden Textausschnitte von Rabea Edel und 13 weiteren Stipendiatinnen und Stipendiaten des Klagenfurter Literaturkurses waren auf Leintücher gedruckt und so gleichsam „überdimensional“ im öffentlichen Raum vorhanden – und wurden von einem interessierten Publikum gelesen.
Wie auch jetzt die Bücher der Autorin Rabea Edel, die am 20. September ins Musil Haus zurückkehrt, um ihren zweiten Roman vorzustellen.
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Tobias BECKER: Romanrätsel "Ein dunkler Moment". Ein Mordsbuch. SPIEGEL online, 18. April 2011.
Ein dunkler Moment – Rabea Edel – Buchtrailer.
Rabea Edel liest aus „Ein dunkler Moment“.
Alexander KOSENINA: Ihr könnt Euch niemals sicher sein [ Rabea Edel: Ein dunkler Moment ]. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (19. Mai 2011).
Klickt man im Internet auf 1000plus.org, die website des Künstlerduos 1000& bestehend aus Irmgard Siepmann und Martin F. Hahnl, dann wird man unter anderem einen Satz des französischen Malers Jean François Millet finden. Millet galt im 19. Jahrhundert als einer der führenden Künstler der so genannten „Schule von Barbizon“, einer Gruppe französischer Landschaftsmaler. Der Satz lautet folgendermaßen:
„Jedes Thema ist gut. Es handelt sich nur darum, es mit Kraft und Klarheit wiederzugeben. In der Kunst muss man einen Hauptgedanken haben, diesen Gedanken muss man mit Beredsamkeit aussprechen, man muss selbst an seine Wahrheit glauben und diese Wahrheit den anderen mitteilen mit der Schärfe eines Prägstocks.“
Ich denke, dass sich 1000& bei ihrem Projekt der „One Word Sculptures“ an genau diesen Satz von Millet halten. Was den Titel des Projekts angeht, so ist er an die „One Minute Sculptures“, welche der international bedeutende österreichische Künstler Erwin Wurm seit dem Jahr 1997 entwickelt, angelehnt. Geht es Wurm unter anderem darum, die Grenzen zwischen Skulptur und Aktion zu verwischen und die Mitglieder des Publikums, die zu Akteuren werden, in seine Aktionen mit einzubeziehen, so versteht das Duo 1000& Wörter als zu untersuchende, respektive zu formende Objekte. Der Aspekt der Skulptur steht für die Künstler im Vordergrund.
„Unsere Arbeiten knüpfen an visuelle Erwartungen an und machen gesellschaftliche Sachverhalte sichtbar, entstellen sie sozusagen zur Kenntlichkeit“, heißt es im „Mission statement“ von 1000&. Und weiter: „In der heutigen Gesellschaft geht es darum schnell zu sein. Dabei verliert man sich oft in der Oberflächlichkeit. Das Künstler-Duo sucht den zweiten Blick.“
Bei diesen Untersuchungen sowie Formungen kommen 1000& zu ganz stringenten Ergebnissen. In dem Wort „abhanDENgeKommEN“ zum Beispiel spüren sie das „Denken“ auf. Es geht ihnen bei ihrer Arbeit gleichsam darum, „das Denken zu befreien“ wie sie selber sagen und auch darum, jeden selbst sein Bild finden zu lassen.
Und nicht nur auf den zweiten Blick scheint es manchmal so, als ob uns durch die stetig wachsende Beschleunigung des gesellschaftlichen Lebens das Denken, für das man ja bekanntlich Zeit braucht, abhanden kommt. 1000& formulieren ihre Gesellschaftskritik kurz und prägnant, wollen mit ihren Arbeiten, und das nicht erst seit den „One Word Sculptures“ ganz bewusst zum Denken anregen.
Die „One Word Sculptures“ werden über mehrere Medien verbreitet. Plakate mit einem ausgewählten Set von sieben Wortskulpturen (scHEITERn, LiEBE, böRse, HAIraten, REichTUM, scHmERZ, IndiviDUAList) waren in der Landeshauptstadt Klagenfurt im Vorfeld der 35. Tage der deutschsprachigen Literatur auf öffentlichen Plakatflächen zu sehen.
1000& haben aber auch ein ca. 10 Minuten dauerndes Video mit einem größeren Sample an Wortskulpturen produziert. Das Video ist im Robert-Musil-Literatur-Museum in Klagenfurt zu sehen.
Die beiden KünstlerInnen stellen sich sozusagen „quer“ zur gesellschaftlichen Entwicklung und sehen das zentrale, bestimmende Treibmittel unserer Gesellschaft, nämlich das „Geld“ unter anderem als „TraumGEbiLDe“. Und wenn sie das Wort „Aktie“ dem Wort „mAKkulaTurpapIEer“ einschreiben, dann erinnern sie uns daran, wie schnell A unter Umständen zu B werden kann.
Wie schon die Verwendung des Wortes „scHEITERn“ andeutet, wohnt dem Projekt einerseits etwas Schwebendes, Leichtes inne, auch eine gewisse Selbstironie: Wenn man schon scheitert, dann heiter, was im Grunde genommen den wenigsten gelingen wird. Andererseits ist die gesellschaftliche Relevanz unübersehbar.
In dem erwähnten Video ist auch eine Wortskulptur zur Thematik des Terrors enthalten: „tERROR“ heißt es da lapidar. Das ist eine gültige Erkenntnis, die der Realität sehr nahe kommt. Oder anders gesehen: eine Skulptur, die für jene Worte, welche uns angesichts der aktuellen Anschläge in Norwegen und anderswo fehlen, stehen könnte. Gleiches gilt für eine weitere Skulptur, die sich der Thematik der „spRACHE“ annimmt, wenn man bedenkt, dass der mutmaßliche Attentäter in Norwegen seine Taten, die am 22. Juli 2011 Realität werden sollten, unter Pseudonym in einer Art „Manifest“, das nicht weniger als 1.516 Seiten umfasst, und wenige Stunden vor den Terrorakten per e-mail an verschiedene Adressaten verschickt wurde, gleichsam „vorformuliert“ hat.
So können wir die Arbeit von 1000& nicht nur als Anregung, sondern vielmehr als dringende Aufforderung verstehen dafür zu sorgen, dass uns das DENKEN nicht abhandenkommt!
Alle seine Projekte seien nichtkommerziell, sagte der georgische Schriftsteller Dato Barbakadse nach seiner Lesung im Klagenfurter Musil Museum. Barbakadse war nach Klagenfurt gekommen, um gemeinsam mit seiner slowenischen Kollegin Maja Vidmar die von Kulturkontakt Austria herausgegebene Anthologie "Grenzverkehr II" (DRAVA Verlag, 2010) vorzustellen. "Grenzverkehr II" versammelt 24 Texte von Autorinnen und Autoren aus 13 Ländern Ost- und Südosteuropas. Die Autoren haben zwischen 2005 und 2007 allesamt als "Milo-Dor-Stipendiaten" bis zu zwei Monate lang in Wien gelebt. Die Stipendien werden von Kulturkontakt Austria vergeben.
Barbakadses ursprünglicher Plan, deutschsprachige Lyrik in 80 Bänden herauszugeben, sei "gescheitert", so der Dichter. Aber sein Buchreihenprojekt "Österreichische Lyrik des 20. Jahrhunderts", das Barbakadse 2005 gestartet hat, ist nicht weniger ambitioniert. Das Projekt ist auf insgesamt dreißig Bände angelegt, von denen bisher zehn erschienen sind. Der Herausgeber plant, die wichtigsten österreichischen Dichter ins Georgische zu übersetzen bzw. übersetzen zu lassen und dem georgischen Publikum so zugänglich zu machen. Das ist ein ungemein wichtiges Projekt. Die Bücher erscheinen in verschiedenen Verlagen, bei Saari sowie bei Polylogi. Barbakadse verkauft diese Bücher nicht, sondern verteilt sie, weil er davon ausgeht, so für die Literatur die richtigen Adressaten und Adressatinnen zu finden. Das ist ganz wunderbar, nicht nur für die österreichische Lyrik.
Was war der Ausgangspunkt für diese so intensive Beschäftigung mit dem Werk österreichischer Dichterinnen und Dichter? Dato Barbakadse schilderte, wie er als junger Autor auf die Lyrik von Georg Trakl aufmerksam geworden sei. Trakls Lyrik habe ihn so stark beeinflusst, dass ihm klar geworden sei, er müsse nun "etwas unternehmen". So entstanden erste Übersetzungen ins Georgische, denen noch zahlreiche gefolgt sind. Das ist "Grenzverkehr" im besten Sinne.
In seinem Beitrag für die Anthologie, der von Benedikt Ledebur in Zusammenarbeit mit dem Autor übersetzt worden ist, spürt Barbakadse dem Begriff des Genius loci auf eine ironische, moderne Weise nach. In der ersten Strophe heisst es:
"in einem ärmlichen Café in Kopenhagen, Hauptstadt Österreichs
mit einigen gar nicht so schlechten Aussichten auf die Seine
beobachtete ich seinen Innenraum voller müder und ausgebrannter Leute"
Die sprechende Figur in Barbakadses Gedicht kommt mit einem anderen Besucher des Lokals, dessen Haupt ein, in Kopenhagen, Hauptstadt Österreichs, gerne getragener, grüner Zylinder schmückt, ins Gespräch. Geschrieben hat der Autor das Gedicht während seines Aufenthalts als Stipendiat in Wien im Herbst 2008. Diese Zeit habe zu zahlreichen neuen, für ihn sehr wertvollen, Kontakten geführt, so der Autor.
Auch Maja Vidmar strich im Gespräch mit DRAVA-Verleger Peter Wieser heraus, wie wichtig der einmonatige Aufenthalt in Wien für sie gewesen sei, weil sie sich ganz intensiv dem Lesen und dem Schreiben habe widmen können. Das habe sie, so Vidmar, als "großen Luxus" empfunden. In Wien sei der Großteil eines neuen Buches, das sie im kroatischen Pazin abschließen habe können, entstanden. Beide Orte kommen auch in ihrer Geschichte "Das Überschreiten (einer Grenze)", die in der Anthologie enthalten und von Fabjan Hafner ins Deutsche übersetzt worden ist, vor. Hafner hat darüber hinaus die beiden Bände Leibhaftige Gedichte (Droschl, 1999) und Gegenwart (Edition Korrespondenzen Reto Ziegler, 2007) ins Deutsche übertragen.
Ihr Leben, sagte Maja Vidmar, habe nach dem Aufenthalt in Wien überhaupt eine neue Wendung bekommen.
Gerdi Obersteiner, der frühere Chef-Regisseur im ORF-Landesstudio Kärnten, hat den hochinteressanten Abend im Musil Museum, der von Brigitte Burgmann-Guldner (Kulturkontakt Austria) moderiert wurde, verdienstvollerweise mit der Kamera dokumentiert. Er stellt seine Videos als "Austrian Director" auf YOUTUBE.
[ Veröffentlicht in: Die Brücke - kärnten.kunst.kultur, Nr. 117/118, Juni/Juli 2011, S. 99/100 ]
Mit einer fulminanten „Antrittslesung“ im Musil Haus eroberte der neue Klagenfurter Stadtschreiber Peter Wawerzinek Anfang Mai die Herzen seiner Stadtleute im Sturm. Wieder einmal muss man sagen, nachdem der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende und in Berlin lebende Schriftsteller im Jahr 2010 in Klagenfurt nicht nur den Ingeborg-Bachmann-Preis, sondern auch den Publikumspreis gewonnen hatte. Er habe „mit Österreich immer gute Erfahrungen gemacht“, so Wawerzinek in einem Interview mit Kleine.tv. 2007 war er „Seeschreiber“ am Wolfgangsee. Und schließlich war der Schriftsteller schon bei seinem ersten Antreten in Klagenfurt im Jahr 1991 erfolgreich gewesen. Er gewann damals das Bertelsmann-Stipendium. Darf man sich Peter Wawerzineks schriftstellerische Karriere gleichsam als eine Kette von Erfolgen vorstellen? Denn Wawerzinek war ja Anfang der neunziger Jahre, damals „ScHappy“ genannt, längst integraler Bestandteil der Literatenszene am Prenzlauer Berg in Berlin-Ost, Performance-Künstler und Stegreif-Poet von hohen Gnaden. Kurz und gut: man darf es nicht.
„Ein Schriftsteller, der von Triumph zu Triumph forttaumelte, wäre eine zutiefst alberne Figur“, stellte die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff in ihrer „Klagenfurter Rede zur Literatur“ anlässlich der Eröffnung der 34. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt im Jahr 2010 fest. Von Peter Wawerzinek, der wenige Tage später triumphierte und für seinen Romanauszug „Ich finde dich/Rabenliebe“ mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wieder nach Berlin reiste, lässt sich vieles, aber genau das mit Sicherheit nicht behaupten. Richard Kämmerlings variierte die These von Sibylle Lewitscharoff in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (vom 27. Juni 2010) nur unwesentlich:„Gute Prosa entsteht aus Niederlagen, und es gibt noch Gerechtigkeit“, so seine abschließende Betrachtung über den Klagenfurter „Bewerb“ des Jahres 2010. Und Kämmerlings weiter: „Wenn der beste Text den Hauptpreis kriegt, hat die Jury das Wichtigste richtig gemacht.“ Jury und Publikum waren sich, wie man weiß, ja einig.
Ich finde dich. Es verhielt sich so, dass er sich an diesen Erfolg erst gewöhnen musste:
„Ich stand ja bislang eher außerhalb“, so der Preisträger in einem Interview mit der Tageszeitung Märkische Allgemeine (vom 21. August 2010).
Glücklicherweise ist Wawerzineks zwischenzeitlicher Versuch, „von der Literatur wegzukommen (...) auf dem Land, in Schleswig-Holstein, Fuß zu fassen, ein Häuschen zu haben mit Schafzucht oder so“, gescheitert. Nach einiger Zeit habe er gemerkt, so der Autor, dass ihm etwas fehle. Obwohl er im Jahr 2000 eigentlich das Gefühl gehabt hatte, dass es für ein Kind „seines Standes – Heimkind, keine Ausbildung, Autodiakt“ eigentlich „okay“ sei, was er bis zu diesem Zeitpunkt schon erreicht hatte: „Bücher gemacht zu haben, Hörspiele, auch in Klagenfurt schon früher gewesen zu sein, im Spiegel drei Seiten gehabt zu haben, in Talkshows gesessen, mal eine Band gegründet oder Theaterarbeit bei Castorf gemacht zu haben.“ Sehr stark sei damals ein weiteres, seltsames Gefühl gewesen, nämlich jenes, dass er sein „schriftstellerisches Vermögen“ bereits „verballert“ habe.
Lebensthema. Dieses Gefühl trog. Um seinen 50. Geburtstag, im Jahr 2004, ging Peter Wawerzinek, der sich schon in früheren Texten mit seiner Geschichte als Heimkind und mit der Thematik der Adoption auseinandergesetzt hatte, schließlich daran genauere Nachforschungen darüber zu betreiben, die Mutter als Figur nicht mehr auszusparen, sondern sich mit der Tatsache auseinander zu setzen, dass sie lebte und die Möglichkeit eines Wiedersehens ins Auge zu fassen. Warum war das so lange nicht möglich gewesen? Weil die Mutter das Kleinkind Peter und dessen Schwester bei der Flucht aus der DDR in den Westen allein zurückgelassen hatte.
Anfänglich hatte Peter Wawerzinek die Methode der Umschreibung gewählt, erst nach zirka drei Jahren Arbeit an seinem „Lebensthema“ wurde dem Autor klar, dass es in diesem neuen Buch „das große, knallharte Ich sein muss“, um das es geht. Ausweichen, sich selber oder der Mutter, war nun nicht mehr möglich. Die Arbeit an dem Roman, der schließlich im Jahr 2010 unter dem Titel „Rabenliebe“ im Berliner Galiani Verlag publiziert wurde, sei für ihn, so der Autor, letztlich „wie eine verspätet stattfindende Pubertät, in der man rückhaltlos aufklären will“ gewesen. Er habe „die Konfrontation gesucht“ und versucht, sich selber zu orten, zu beschreiben wie er gewesen sei, wie er gedacht habe, als Vierjähriger, das ist jener Zeitpunkt, an dem für ihn die Erinnerung beginnt, und später.
Peter Wawerzinek hat dem Buch einen ganz zentralen Gedanken vorangestellt, der da lautet: „Ich habe gedacht, wenn ich mich schreibend verschenke, entfliehe ich dem Teufelskreis der Erinnerung. Schreibend bin ich tiefer ins Erinnern hineingeraten, als mir lieb ist.“
„Rabenliebe“ behandelt eine sehr ernste Problematik, von der die Leserinnen und Leser sehr berührt sind. Aber der Performer Wawerzinek versteht es sogar, dieser sehr traurigen Geschichte ihre heiteren Seiten abzugewinnen. Wenn er, wie er das im Musil Haus gemacht hat, Szenen wie jene, in der der noch sehr junge Peter von der verehrten Roswitha in einem Park, auf eine zugegebenermaßen eher ungestüme Art, einen Kuss zu erhaschen versucht, liest, eher darstellt, dann kann das Publikum auch schon einmal befreit auflachen, ohne dass die Ernsthaftigkeit seines schriftstellerischen Unterfangens darunter litte.
Kottan ermittel. Wawerzineks Plan für die Stadtschreiberzeit in Klagenfurt, die bis Ende September dauern wird, ist eine durchaus aktive Auseinandersetzung mit der Stadt und mit dem Land. Diese wird nicht zuletzt in dem Buch „Crashkurs Kärnten“ münden, an dem Wawerzinek gemeinsam mit Karsten Krampitz, seinem Vorgänger in der Position des Stadtschreibers, arbeitet. Erscheinen wird das Buch bei der Edition Meerauge im Heyn-Verlag.
Über Peter Wawerzinek, nach seiner Eigendefinition ein stets "quicklebendiger Bursche", ließen sich überhaupt viele Geschichten erzählen, "wilde, feuchtfröhliche", mit denen er sich gar nicht mehr auseinandersetzen wolle, so der Autor, Geschichten von Chinaböllern auf der Leipziger Buchmesse beispielsweise oder auch jene, eher unspektakuläre aber nicht untypische von den Regentagen am Wolfgangsee, an denen er sich Videos von allen neunzehn Folgen der Krimiserie "Kottan ermittelt" angesehen habe. Aber wahrscheinlich hat er überhaupt keine Lust darauf, dass, wie der Berliner sagt, so „olle Kamellen“ über ihn aus anderen Quellen in Umlauf kommen, denn schließlich ist er ja in der Stadt um selber Geschichten zu erzahlen. Also, bitteschön, dann soll er mal machen!